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Zur „Mostblüte“ nach St. Leonhard am Wald und Windhag

Wandertipp von Bernhard Baumgartner

Zur Blütezeit der Obstbäume ins Mostviertel – so müsste dieser Tipp genau genommen heißen, denn der Most als beliebtes Getränk hat eigentlich immer „Blütezeit“! Im späten Frühling verwandelt sich das ganze Mostviertel in einen blühenden Obstgarten. Das ist auch die schönste Zeit für Wanderungen über die Hügelberge im Westen Niederösterreichs.

 

Von der Wallfahrtskirche Sonntagberg ziehen Höhenrücken in weitem Bogen bis zum Bergdorf Windhag oberhalb von Waidhofen an der Ybbs (übrigens eine herrliche Gipfelfahrt für Radfahrer, retour auf der selben Strecke). An der Wende dieses Bergzuges liegt St. Leonhard am Walde. Dort beginnt die reizende Rundwanderung, vorbei an einer alten Kirche mit Quellheiligtum und über einen Gipfel mit fast landesweitem Rundblick.

 

Route: St. Leonhard am Walde – St. Aegidi am Walcherberg – Kücherlkreuz – Wiesberg – St. Leonhard (dort Einkehrmöglichkeit); gesamte Gehzeit 2 ½ Stunden.

 

Info: Führer mit Routenkarte „Das große Wandererlebnis NÖ“ von Bernhard Baumgartner

 

Zu diesem Wandervorschlag für den „Treffpunkt“ (Magazin der Arbeiterkammer NÖ 02/10) gibt es als Ergänzung eine ausgedehntere Wanderroute:

 

„Mostviertler Bergdörfer“

Höhenwanderung bei St. Leonhard am Walde, nahe dem „Mostviertler Vierbergemarsch“ (Konradsheim – St. Georgen in der Klaus – Sonntagberg – Windhag) mit hervorragenden Aussichtspunkten, Einkehrmöglichkeiten und einer „kraftreichen“ Wallfahrtsstätte, besonders lohnend im Frühjahr wegen der zahlreichen Obstbäume!

 

Route: Windhag – Kücherlkreuz – Wiesberg – St. Leonhard am Walde - St. Aegidi am Walcherberg – Schobersberg – Windhag; 15km, Seehöhe zwischen 590 m und 789 m, Spezialkarten ÖK 70 + 71.

 

Gehzeit: ca. 4 Std., Einkehrmöglichkeiten – Gasthöfe in St. Leonhard und Windhag.

 

Tipps4Kids: Ihr könnt zwischen den beiden Bergdörfern auch mit dem Rad fahren und den heilsamen Brunnen von St. Aegidi und die Alm am Wiesberg mit kurzem Spaziergang erreichen! Superschlemmerei bei „Maria Theresia“.

 

Natur & Kultur: Freie Höhenrücken der Flyschzone mit Bergbauernfluren, Viehweiden und Obstgärten, umfassender Panoramablick über Alpenvorland und Kalkalpen; barock ausgestaltete gotische Pfarrkirchen und uralte Kultplätze als „Orte der Kraft“.

 

Zufahrt: Von Waidhofen an der Ybbs / Unterzell durch das Urlbachtal zum Bergdorf Windhag.

 

Wanderweg: Von Windhag hinab zum Straßensattel (oder gleich dort parken) und noch am frischen Morgen, wenn die Wiesenweg ohnehin zu taufeucht sind, auf der Straße bergab bis zur Kreuzung und Richtung St. Leonhard zum Sattel beim Kücherlkreuz (644 m, ¾ Std., Abzweigung der St. Aegidistraße). Hier auf Fahrweg geradeaus bis vor das Gehöft am Wiesberg, dort links hinauf, zuletzt weglos über den Almboden zum Gipfelkreuz auf dem Wiesberg (789 m, Gipfelbuch). Das malerische Panorama der Voralpen zwischen Ötscher und Gesäuse unterstreicht die Wirkung von einem solchen „Ort der Kraft“! Dann leicht rechts zum nächsten Waldrand und diesen entlang steiler zum Sattel beim Gehöft Kalteis hianb. Von dort 1,5 km auf der Asphaltstraße nach St. Leonhard am Walde (726 m, insgesamt 2 Std.). Neben der vom Friedhof umgebenen Pfarrkirche (Bau des 15. Jh., Wallfahrtsziel der Wiener Fiaker und zum Viehpatron St. Leonhard) die Konditorei „Maria Theresia“ im Gasthof Ettel (auf der Speisekarte das „Tellerfleisch“ als traditionelle Pilgerkost).

 

Weiterweg kurz auf der Ortsstraße zurück, links auf der Nebenstraße den Schmiedberg entlang und nach ca. 500 m vom Weitwanderweg-04 rechts abzweigen. Nun weist eine rote Markierung weiter, bald bergab zum Güterweg, von dem gleich nach dem Hof Tannhals rechts ein unmarkierter Karrenweg abzweigt. Auf diesem in den Graben und zum Hof Graxenreit, nun wieder auf Asphaltweg zur Kreuzung und links zur Wallfahrtskirche St. Aegidi am Walcherberg (590 m, ¾ Std.). Dieser Kirchweiler hoch über dem „Paradiesgartl“ genannten Urlbachtal, ist ein urtümliches bäuerliches Wallfahrtsziel, bereits um 1300 urkundlich genannt – Quellkult und Bildbaumlegende (Kirchenschlüssel im Haus vor der Kirche, interessanter Kirchenführer), sehr schöner Rastplatz, aber keine Einkehrmöglichkeit. Nach Wegweiser „Zum Mirakelbrunnen“ – Brunnenschacht mit Schöpfgefäß an einer langen Stange, Votivbild wie in der Kirche.

 

Rückweg nach Windhag: Zurück zur Kreuzung und links zum Kücherlkreuz (644 m, rechts wie vorhin beschrieben zum Wiesberg und nach St. Leonhard). Nun nach der roten Markierung Nr. 204 den abwechslungsreichen Höhenrücken mit seinen Bauernhöfen entlang bergauf, zuletzt auf Wiesenweg auf den Schobersberg (751 m, Kapelle mit volkstümlich-barocker Kreuzigungsgruppe, herrliches Panorama über das Mostviertel und die Voralpen bis zu den Gesäusebergen). Bergab zur Straßenkreuzung und hinauf nach Windhag (711 m, 1 ¼ Std.).

 

Kurztour:

St. Leonhard - St. Aegidi - Kücherlkreuz - Wiesberg - St. Leonhard, 2 ½ Std.

 

Extremwanderung:

Wallfahrerweg über den Sonntagberg nach Ybbsitz, Rosenau – Sonntagberg – St. Leonhard am Walde – St. Aegidi – Urlbachtal (hier „Paradiesgartl“ genannt) – Knieberg – Ybbsitz, ca. 7 Std. (öffentliches Verkehrsmittel zurück zum Ausgangspunkt).

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