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Zum Reisalpen-Panorama

Ein Wandertipp von Bernhard Baumgartner

Wegen der bunten Wälder sind die Voralpen zur Herbstzeit ein bevorzugtes Wanderziel und ebenso wegen der weiten Aussicht bei der klaren Luft dieser Jahreszeit. Aus der vielfältigen Auswahl von Panorama-Gipfeln ist die Reisalpe fast unübertrefflich. Ihr Fernblick reicht mindestens vom Hochschwab bis zu den Karpaten, vom Waldviertel bis zum Schneeberg. Außerdem gibt es bis zum „Zuschneien“ die Einkehrmöglichkeit im Reisalpen-Schutzhaus. Wege für jeden Geschmack: Vom Ebenwald bei Kleinzell über die Hinteralm führt die meistbegangene Route. Wer es ganz zünftig will, beginnt die Tour im St. Veiter Wiesenbachtal oder in Innerhallbach. Mein Geheimtipp ist Innerfahrafeld bei Hohenberg als Ausgangspunkt. Von dort kann man auf einer etwas urigen Forststraße zwar ein gutes Stück hinauffahren, trifft aber nach kaum zwei Stunden Aufstiegszeit auf die zahlreichen Reisalpenwanderer erst oben beim Gipfelkreuz.


INFO: Wanderführer von Bernhard Baumgartner „Das große Wandererlebnis NÖ“ im Kral-Verlag. Routenbeschreibungen im Internet: www.wandertipp.at

Durch das Dürrental auf die Reisalpe
Route: Innerfahrafeld – Dürrrental – Parkplatz – Brennalm – Reisalmwiesen und Reismäuer – Reisalpen-Schutzhaus; vom Parkplatz 4 km und 599 m Höhenunterschied; 1 ½ bis 2 Std., kürzester Hüttenweg, nach nur 1,5 km Forststraße im Höhengelände sonnig, aber gerade dort besonders interessant.

Zufahrt von der Hohenberger Straße in Innerfahrafeld (Hütten-Wegweiser) zuerst auf Asphalt, dann auf zunehmend schlechterem Fahrweg bis zum beschränkten Parkplatz an der Abzweigung der Gscheidboden-Forststraße (4 km, 800 m; zu Fuß uninteressant – besser von Furthof über die Schachernhöhe).


Auf der anschließenden Forststraße durch den hohen Bergwald gleichmäßig ansteigend zu den Wiesen vor der Brennalm mit erstem Ausblick, bald danach Einmüdung der markierten Wege über die Schachernhöhe bzw. von Hohenberg durch den Andersbachgraben. Hier zwei Möglichkeiten – links entlang der Markierung auf steilem, im folgenden Forst hohlwegartigen und steinigen Weg zur Forststraße am „Naglland“. Oder bequemer auf dem Fahrweg bleibend weiter bis zum Jagdhaus auf der Brennalm (988 m, anstelle eines alten Gehöftes vom Eisengewerken Daniel Fischer 1804 in stattlichem alpenländischen Stil erbaut, bis nach 1950 noch bewirtschaftet; die geradeaus 4 km durch den Alpenwald zur Kleinzeller Hinteralm führende Forststraße ermöglicht eine ausgedehnte Rundwanderung, nur für marschierfreudige Wanderer lohnend).


Die hier nach links abzweigende Forststraße erreicht beim „Naglland“ die untere Reisalmwiese (Abzweigung der Überschreitung zur Lilienfelder Hinteralm), über die man am linken Rand steil hinaufgeht. Dann folgt nach einem flachen Waldstück die obere Reisalmwiese (1160 m, mächtige Rotbuchen und alte Hütten,). Die dürftige Fahrspur führt über die steile Wiese hinauf, wobei der Ausblick besonders auf Schneeberg, Ötscher und zur benachbarten Hinteralm immer eindrucksvoller wird, und kommt dabei nahe an den westlichen Bergrand heran. Dort erreicht man mit wenigen Schritten den Abbruch der aus auffallend dünnplattigem Kalk bestehenden Reismäuer und kann über eine schluchtartige Einsenkung den vorgelagerten Felskopf besteigen. Ursache für diese ungewöhnliche Formation ist eine sogenannte Bergzerreissung, wobei die starren Kalkmassen auf der plastischen Unterlage von Werfen Schichten durch Gleitvorgänge zerklüftet werden. Von dieser „Hölltor“ genannten vervorragenden Natur-Erlebnis-Punkt geht man rechts haltend an verkrüppelten Rotbuchen vorbei wieder zum Hüttenfahrweg.


Der folgende Bergkamm ist im obersten Bergwald schärfer ausgeprägt (Abzweigung des Jägersteiges zum Gscheidboden, eine Abkürzung des Überganges zur Lilienfelder Hinteralm). Dann sieht man über der letzten Wiesenfläche, die am linken Rand umgangen wird, bereits das Schutzhaus und kann vor der verdienten Einkehr noch das Gipfelkreuz und den höchsten Punkt dem fantastischen Rundum-Panorama aufsuchen.


Von Innerhallbach zur Brennalm
Route: Innerhallbach / Kumpfmühle – Rumpelbauer – Brennalm; 4 km, Höhenunterschied 450 m; Gehzeit 1 ½ Std., weiter auf die Reisalpe 1 ¼ Std. wie bei der Tour durch das Dürrental oder in langer Runde über die Kleinzeller Hinteralm in 2 ½ Std.; großzügigster und wenig bekannter direkter Gipfelaufstieg aus dem Hallbachtal mit Möglichkeit zu einer Rundtour im Gipfelbereich.

Zufahrt über Kleinzell nach Innerhalbach zur Abzweigung der grünen Markierung beim Haus Kumpfmühle (Wegtafel, gegenüber Parkmöglichkeit). Auf dem Güterweg hinein in den Schwarzenbachgraben, aber bald rechts abzweigend den Berghang hinauf (mehrfache Querung einer Forststraße), wegen der teils überaus urigen Waldbestände sehr lohnend! Über Bergwiesen mit prächtigem Ausblick auf Schneeberg und Rax zum Gehöft Rumpel (900 m, 1 Std.). Bei der später folgenden Kreuzung zwei Möglichkeiten – links zur Brennalm und zum Reisalpen-Schutzhaus (bei gleichem Rückweg die einfachste Route).


Variante über die Kleinzeller Hinteralm: Für diese weitläufige Rundtour bei der Kreuzung vor der Brennalm rechts auf unmarkierter Forststraße langwierig durch den „Alpenwald“ zur Kleinzeller Hinteralm unter dem felsigen Hochstaff (1 ½ Std.). Einmündung der Route vom Ebenwald und auf dieser zum Reisalpen-Schutzhaus).
Abstieg über die südwestlichen Gipfelwiesen in Richtung Hohenberg. Nach der zweiten, steileren Wiese (rechts Abzweigung zur Lilienfelder Hinteralm) links haltend zur Brennalm und dort links auf der Forststraße entlang der grünen Markierung zum Rumpelbauern. Nun bleibt man zur Abwechslung auf dem Güterweg, der gegenüber dem felsigen Beilstein durch den Schwarzenbachgraben zum Ausgangspunkt führt (2 Std.).

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