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Freizeit-Tipp: Kamptal mit „Busserlzug“

Unterwegs mit Bernhard Baumgartner

 

„Der April macht was er will!“ – diese Wetterregel gilt heuer auch noch im Juni. Gerade scheint die Sonne, dann zieht unversehens ein Schauerwolke daher. Da heißt es, in Tälern zu bleiben, wo es eher warm, aber noch nicht sommerlich heiß ist. Das untere Kamptal bietet als „kleine Wachau“ die besten Voraussetzungen dafür und hat einen unschätzbaren Vorteil: Wir beginnen etwa in Gars und marschieren flussabwärts so weit eben die Wanderlust reicht. Zurück zum Ausgangspunkt bringt uns die Kamptalbahn – wegen der liebevollen Küsse der Sommerfrischler bei Ankunft oder Abfahrt einst ganz romantisch auch „Busserlzug“ genannt.

 

Route: Von Gars bis Stiefern in 2 ½ Stunden, weiter nach Schönberg in 1 Stunde und bis Zöbing noch einmal 1 Stunde. Alle Orte klingen nach gemütlicher Einkehr, ob bei einem Heurigen unterwegs oder in den Gasthäusern der Talorte! Beginnt man die Tour bereits im ebenfalls an der Bahnlinie gelegenen Horn, so kommen noch 1 ½ Stunden Gehzeit durch das idyllische Taffatal dazu.

 

Wer statt der langen Strecken, die sich übrigens auch hervorragend für Radfahrten anbieten, eher Rundwanderungen bevorzugt, dem sei folgender Wandervorschlag empfohlen. Nur sollte man nicht einen heißen Sommertag erwischen, sondern „gemischtes“ Wetter aussuchen!

Info: Wanderführer von Bernhard Baumgartner „Waldviertel mit Wachau & Südböhmen“ (Kral-Verlag).

 

Schönberg – Stiefern – Klopfhartsberg

Rundwanderung „zwischen Wein und Wald“ mit vielfach üppiger pannonischer Flora; Gehzeit insgesamt 4 ½ bis 5 ½ Std.

Route: Schönberg – Ruine Schönenburg – Höhenweg – Kalvarienberg – Stiefern – Jagerkreuz – (Irrbling) – Kellergasse – Schönberg; 9 km, Seehöhe zwischen 226 m und 430 m.

Von Schönberg nach Stiefern: Vom Marktplatz in Schönberg (226 m, Parkmöglichkeit; Marktort mit Naturpark, als Kuenringerbesitz ins 12. Jh. zurückreichend, gotische Pfarrkirche; Info: Gemeinde Tel. 02733/8227) rechts in der Neustifter Straße bis zu einer barocken Bildsäule und links durch die Seitengasse „Am Schloßberg” ansteigend zur Ruine Schönenburg (25 Min., der Sage nach soll der in Kriegswirren verlorene Leuchter des Rittersaals alljährlich als Königskerzen wieder erblühen). Oberhalb links auf der Höhenweg-Forststraße bis zur Bergecke mit einem „pannonischen Rastplatz“. Nun aber auf der Forststraße bleiben, die fast eben durch die Hangwälder des Kamptals nach Norden führt, den felsigen Einschnitt des Weißentals durchquert (nicht rechts abzweigen!) und nahe der „Großen Heide“ die Manhartsbergstraße erreicht. Geradeaus weiter zur schon sichtbaren Hubertuskapelle (405 m, 1 ½ Std. von der Ruine; Prachtblick auf Schönberg und das untere Kamptal). Auf Forstweg weiter zur roten Markierung, die links zum Einschnitt des Kalvarienberges hinabführt, und rechts weiter bergab nach Stiefern.

 

Klopfhartsberg und Irrbling: Vom Gasthof Heimerl die Kampbrücke überquerend zur Kirche von Stiefern hinauf und rechts die Häuserzeile entlang zur Thürneustifter Straße. Vor deren Berganstieg aber links über den Bach, auf der ansteigenden Forststraße weiter und gleich nach den Häusern links unmarkiert durch den für das mittlere Kamptal typischen trockenen Hanglaubwald. Ein besonders schönes Wegstück folgt dann im freien Gelände, mit malerischem Blick über Ackerstreifen und teilweise aufgelassene Weingärten gegen Stiefern und Schönberg. Die Wegränder fallen mit vielfältiger pannonischer Flora auf, sogar die erst weiter östlich heimische Sibirische Glockenblume blüht hier! Im Bergwinkel links durch den von einer verbuschenden, aussichtsreichen Lichtung unterbrochenen Wald den Klopfhartsberg schräg hinan zum Sattel „Am Jagerkreuz” (400 m, 1 Std.). Kurz davor nördlich ansteigend kommt man zum Klopfhartsberg (430 m, zusätzlich 20 Min., mit Büschen durchsetzte Trockenrasen, weite Aussicht).

 

Variante zum Irrbling: Über der Kampschlinge gegenüber dem Kalvarienberg vorgeschobener Felsabbruch mit prachtvollem Tief- und Ausblick, bemerkenswertester pannonischer Standort des unteren Kamptals (u. a. Diptamblüte Anfang Juni, botanische Beschreibung der gesamten Wanderstrecke in „Naturerlebnis NÖ“ von Baumgartner / Oswald). Man nimmt dorthin bei der leicht verwirrenden Wegkreuzung „Am Jagerkreuz“ die Abzweigung ganz links und folgt einem Fahrweg den Rücken entlang, zurück auf demselben Weg (zusätzlich ½ bis ¾ Std., sehr lohnend).

 

Durch die Kellergasse nach Schönberg: Von der sternförmigen Wegkreuzung „Am Jagerkreuz“ auf dem leicht links etwas bergan führenden Fahrweg weiter. Immer links haltend (aber nicht in den Graben hinab abzweigen!) zu einem asphaltierten Güterweg. Dieser führt neben Weingärten recht abwechslungsreich die Waldränder und Trockenrasen-Böschungen entlang zunehmend bergab und erreicht dann, von hohen Lösswänden gesäumt, die Kellergasse und die Hauptstraße in Schönberg bei der Kampbrücke. Geradeaus weiter zum Ausgangspunkt am Marktplatz (ca. 1 Std.).

 

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