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Der „Mariazellerbahnweg“

Ein Freizeittipp von Bernhard Baumgartner

Gerade in Zeiten des überbordenden Autoverkehrs sollten beim Wandern womöglich öffentliche Verkehrsmittel benützt werden. Wenn auch manche Ausgangspunkte ohne Auto nur schwer erreichbar sind, für die Rückfahrt bei Streckenwanderung steigt man gern in den Zug oder Bus ein. Zu den „Wanderbahnen“ gehört vor allem auch die „Schmalspur-Kultstrecke“ nach Mariazell.

 

Unsere Tour führt angesichts des Ötschers von Puchenstuben nach Mariazell. Durch den hochalpinen Talgrund mit den Tormäuern und Ötschergräben wandert man besser in zwei Tagen. Der uralte Wallfahrerweg über die „Heiligen Berge“, zugleich der „Mariazellerbahnweg“, lässt sich aber als Tagestour leicht bewältigen, und zurück zum Start geht es wieder mit der nostalgischen Mariazellerbahn.

 

Route: Puchenstuben oder Annaberg / Reith – Wienerbruck – Josefsberg – Mitterbach – St. Sebastian oder Erlaufsee (neue Variante „Via Sacra-Sebastianiweg“) – Mariazell; Gehzeit 5 bis 8 Stunden auf markierten Wegen, Seehöhe zwischen 719 m und 1012 m, 29 km.

 

Info: Wanderführer von Bernhard Baumgartner „Wandererlebnis Mariazeller Land und Ötscher“ und Neuerscheinung „Wandererlebnis Pilgerwege“ (www.kral-verlag.at ). Im Blog des Autors www.wandertipp.at/bernhardbaumgartner/  und facebook „Bernhard Baumgartner´s Wandertipps“

 

Routenbeschreibung für den „Mariazellerbahnweg“

Zufahrt nach Puchenstuben: Mit der Mariazellerbahn von St. Pölten; Bundesstraßen aus dem Erlauftal (Westautobahn / Ybbs), durch das Pielachtal oder das Traisental (Westautobahn / St. Pölten).

 

Von Puchenstuben nach Annaberg-Reith (3 Std.): Von der Straßenkehre am Ortsende auf Fahrweg zur Brandeben mit dem Berghaus Turmkogel (1108 m) und über das Wegscheidhäusel hinüber nach Obergösing (0,5 km absteigend zum Bahnhof und Alpenhotel Gösing und zurück nach Obergösing). Nach 1 km Straßenmarsch Richtung Wastl am Wald auf der „alten Straße“ (Forstweg) zum Annakreuz und bergab nach Annaberg-Reith (evangelische Kirche).

 

Über den Josefsberg nach Mitterbach (3 Std.): Beim Bahnhof Annaberg-Reith auf Güterweg zum Steinwandhof und auf markiertem Weg weiter, zuletzt am Lassingstausee entlang, nach Wienerbruck (Einkehrmöglichkeit in der „Lassingfallstuben“). Am geschlossenen Hotel Burger vorbei geht es – die Straßenkehren abkürzend und teilweise auf der alten Straßentrasse – hinauf nach Josefsberg (1012 m, höchstgelegener Pfarrort Niederösterreichs, Barockkirche von 1791/92, im Pfarrhof volkskundlich überaus wertvolle Wandgemälde von 1828 – Besichtigungsmöglichkeit, Tel. 02728/231). Auf Waldweg bergab zu den Terrassenflächen von Friedenstein und über den „Knieriegel“ stets abseits der Straße hinunter zur Erlauf und nach Mitterbach (789 m, evangelische und neoromanische katholische Kirche, Gasthöfe).

 

Über St. Sebastian nach Mariazell (2 Std.): Die Mariazeller Bundesstraße führt mit leichtem Anstieg weiter zum „Sebastianiberg“ (den rechts Richtung Erlaufsee abzweigenden Wanderweg benützt der Mariazellerweg-06B). Die empfehlenswertere Markierung der VIA SACRA zweigt jedoch beim Bahnhof Mitterbach vorbei links ab und erreicht die Terrassenhöhe mit malerischem Blick auf Gemeindealpe und Ötscher. Hier trifft man auf die spärlich erhaltene Straßen-Trasse der Barockzeit (als die Ortschaft Mitterbach noch nicht bestand, von der Häusergruppe Friedenstein durch den Mühlgraben querend). Hier rechts weiter – bereits auf steirischem Gebiet (Gemeinde St. Sebastian) ist der Weg als „Via Sacra-Sebastianiweg“ neu beschildert. Beim steilen Abstieg durch einen Hohlweg in den Lurggraben erhält man eine anschauliche Vorstellung der Straßenverhältnisse zur Zeit Maria Theresias! Kurz rechts hinaus zur Bundesstraße (Steinsäule als typischer „einfacher“ Bildstock an der „Via Sacra“) und diese entlang 300 m am Straßenrand weiter, dann links abzweigend auf der alten Straße zur Sebastianikirche (847 m, 1 ¼ Std. von Mitterbach, auf der vielbefahrenen Straße in ½ bis ¾ Std.). Am Waldrand der eiszeitlichen Terrassenflächen mit herrlichem Bergpanorama weiter, den „Rosenkranzweg“ mit seinen um 1650 entstandenen Bildstöcken entlang. Nach Querung des Habertheuergrabens im Waldgelände ansteigend oberhalb von St. Sebastian vorbei. Zuletzt auf den Promenadenwegen am Fuß der Bürgeralpe bis zum Abstieg zur Basilika, die man sozusagen „vom Himmel her“ erreicht!

 

Zum Bahnhof Mariazell:

Vom Stadtzentrum über die Wiener Straße oder von der Grazer Straße über die Promenadenwege zum Bahnhof in St. Sebastian (20 bis 30 Min., Rückfahrt mit der Mariazellerbahn zum Ausgangspunkt).

 

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