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Sommergipfel Ötscher

Der Ötscher ist zwar vielfach als markantes „Felsenhaupt“ über dem Mostviertel und als Schigipfel bekannt.

Wandertipp von Bernhard Baumgartner (Text und Fotos)

 

An heißen Tagen eignet er sich aber auch bestens für eine hochsommerliche Tour. Mit dem Sessellift gelangt man hinauf in die frische Bergluft, und vom Ötscherschutzhaus geht es gleich zünftig los. Zum Höherkraxeln über Felsstufen kommen bald packende Tiefblicke und das weite Panorama, von der Blütenpracht ganz zu schweigen. Das Bergerlebnis kann durch die „Ötscher-Gipfelrunde“ noch gesteigert werden! Dazu erfolgt der kurze Weiterweg über den Gipfelfirst bis zum Ausstieg des nur für extremere Wanderer geeigneten „Rauhen Kamms“. Dann geht es unmarkiert und weglos hinab zu den „Schneegruben“ und in netter Kraxlerei auf den Taubenstein. Beim ansteigenden Rückweg zum Gipfelkreuz kann man noch zwei der sagenumwobenen Schachthöhlen des Ötschers zu finden versuchen, also ein kleines Abenteuer für gehsichere Wanderer und spannend vor allem auch für Kinder!

 

Abkühlung bringt der kaum jemals einschlafende Wind, in dem die frechen Bergdohlen ihre Kreise ziehen. Wie Minigletscher, die bei längeren Hitzeperioden stark dahinschmelzen, wirken die „Schneegruben“ mit dem letzten vielleicht noch erhaltenen Winterfirn. Also insgesamt ein leichter Ausflug ins Hochgebirge mitten im gar nicht so niedrigen Bundesland Niederösterreich.

Route: Lackenhof – Sessellift Ötscherschutzhaus – Großer Ötscher, Aufstieg 1 ¼ Stunden, mit der Gipfelrund insgesamt 3 ½ Stunden, Bergschuhe und Wetterschutz unbedingt erforderlich!

Info: Im Führer „Wandererlebnis Ötscher & Ybbstaler Alpen“ von Bernhard Baumgartner und Werner Tippelt (Kral-Verlag). Blog des Autors: www.wandertipp.at .

 

 

Wandertipp „Ötscher-Gipfelrunde“

Route: Kreuzkogel – Herrenstand – „Schneegruben“ – Taubenstein – Kreuzkogel; leichter Gipfelbummel und etwas abenteuerliche Variante; 2 km, zwischen 1893 m und 1830 m; 1 bis 1 ½ Std. Bei Liftbenützung ein gesteigertes alpines Erlebnis, teilweise unbezeichnet, nur bei guter Sicht zu begehen!

 

Vom Ötschergipfel (wegen dem Gipfelkreuz „Kreuzkogel“ genannt) über den sanften Kammfirst weiter bis zu dem mit hoher Felswand in die Wagnerritschen abbrechenden Herrenstand (1888 m). Auf dem links unterhalb verlaufenden markierten Weg kann noch der eindrucksvolle äußerste Gipfelvorsprung über dem Rauhen Kamm erreicht werden (½ Std., mit gleichem Rückweg ganz leicht).

 

Nun nur mehr für Geübte (unmarkiert und weglos) links haltend vor dem Abbruch der Pfannmauer (Ötscher-Nordwand) hinab in die zur Ötscher-Nordwand abbrechende Scharte nordöstlich der „Schneegruben“ (1820 m). In diesem westlich in die Juckfidelplan auslaufenden Hochtal gibt es mehreren Karmulden mit erst im Hochsommer abschmelzenden Schneefeldern. Auf dem Grat, der diese Einsenkung des Gipfelplateaus nördlich begrenzt, über Felsstufen und Zacken links hinauf zum Taubenstein, dem nördlichsten Gipfelpunkt des Ötschers (1848 m). Abstieg südlich in den Wiesensattel zwischen dem Taubenstein und dem steilen Nordhang des Kreuzkogels – dem hier beginnenden Graben gegen Westen folgend erreicht man linker Hand das „Steile Wetterloch“, auch „Taubensteinhöhle“ genannt. Direkt über den steilen Hang mit alpinen Rasen und Felsstufen, vorbei an einem weiteren mit etwas Glück auffindbaren „Wetterloch“ (Schachthöhle), geht es wieder hinauf zum Gipfelkreuz.

 

 

Blick zum Ötscher vom Stausee Erlaufklause aus
Ötscheraufstieg mit Blick zum Dürrenstein
Ausstieg vom Rauhen Kamm
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