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Hochkar – wild und einsam?

Freizeit-Tipp von Bernhard Baumgartner

Bergstraße und Schilifte – das Hochkar in den Ybbstaler Alpen soll einsam sein? Ein Wildnisgebiet schon eher, nämlich dort, wohin die touristische Erschließung noch nicht vorgedrungen ist. Dieses naturbelassene Gebiet, in dem nur Almen und Forststraßen als menschliche Spuren zu bemerken sind, macht aber den größten Teil dieses gewaltigen Bergstockes aus. Am weitesten entfernt vom viel besuchten Hochkargipfel ist der Ringkogel, ein Höhepunkt der berühmten „Alpintour Hochkar-Dürrenstein“.

 

Tourenvorschlag: Vom Leckermoor zum Ringkogel

Route: Hochreith / Leckermoor – Wiesenalm – Kesselberg – Ringkogel – Brunnecker Hütte – Schwarzalm – Wiesenalm – Leckermoor.

Anforderungen: Streckenwanderung von insgesamt 21 km, Seehöhe zwischen 864 m und 1666 m, Aufstieg 2 ½ bis 3 Std., insgesamt 6 bis 8 Std.; markierte Wege, aber Gehsicherheit im alpinen Gelände und Orientierungssinn erforderlich, nur bei gutsichtigen Wetterverhältnissen!

 

Zufahrt von Göstling (von der Straße Richtung Lassing abzweigend) anfangs durch einen engen Waldgraben, dann in weitem Bogen über die landschaftlich hervorragende Bergbauernlandschaft von Hochreith bis zum Parkplatz vor dem Leckermoor (7 km, 864 m; vom nahen Wiesenrand schönster Blick über das von felsigen Steilhängen umschlossene Hochmoor und Zugang in dessen Randbereich).

 

Aufstieg zum Ringkogel:

An der Ostseite das Hochmoor entlang und auf der anschließenden Forststraße in Kehren den steilen Waldhang hinauf. Nach Abzweigung des markierten Steiges wird der Hang noch steiler, und bis hinauf zum Hocheck-Sattel sind sehr anstrengend gut 300 Höhenmeter zu bewältigen. Dann geht es aber bequemer über Bergwiesen weiter zur unbewirtschafteten Wiesenalm (1486 m). Die markierte Route quert nun direkt durch die wilde Karstlandschaft „Im Kessel“ zur Schwarzalm (2 ½ Std.). Richtung Ringkogel geht man aber besser gleich links unmarkiert, an einem Jagdhütterl vorbei, zum Plateaurand über dem Steinbachtal. Nahe daran entlang nun stärker steigend über Bergwiesen und durch Latschengassen auf den Kesselberg (1657 m). Etwas flacher und mit herrlicher Aussicht gegen Dürrenstein und Mariazeller Berge bzw. über Voralpe und Gamsstein zu den Gesäusebergen folgt man nun dem Steilrand, bis leicht rechts haltend und etwas bergab die weiten Almwiesen der Kesselhöhe und der markierte Ringkogelsteig (von der Schwarzalm) erreicht werden. Dieser führt links durch Latschengassen zur Wegteilung kurz vor dem Gipfel, dort durch den Weidezaun und gleich danach zum Gipfelbuch auf dem Ringkogel (1666 m, 3 Std.; anschließend direkter Abstieg zur Schwarzalm oder Rundweg über die Brunnecker Hütte).

 

Rundweg über die Brunnecker Hütte zur Schwarzalm (2 bis 2 ½ Std.):

Der Markierung der „Alpintour“ nach am Südwestkamm im Krummholzgelände bergab in einen tiefen Sattel mit der Felsrippe der „Planstiege“. Nun über Wiesenlichtungen hinauf zu einem Sattel vor dem baumfreien und steinigen Münzenplan (1585 m), der leicht ansteigend überschritten wird. Danach erfolgt zwischen dem Krummholz der Südseite und dem nordseitigen Kampfwald der Anstieg auf die Geißhöhe (1648 m). Danach Abstieg zum nächsten Sattel, wo rechts der Steig Richtung Brunnecker Hütte abzweigt. Durch die Sattelmulde hinab zum Waldrand und auf spärlichem Steig in kurzen Kehren steil bergab. Aus der anschließenden Rinne links zu einem kleinen Vorsprung, dann in weiteren Kehren den Hang hinab zu einer Geröllfläche. Bei Wegteilung (rechts abkürzender Weiterweg in Richtung Schwarzalm) links entlang der Markierung auf dem teilweise sehr spärlichen Hangsteig leicht bergan und im folgenden Hochwald ungefähr in gleicher Höhe weiter, erst zuletzt rechts bergab zur schon sichtbaren, verschlossenen Brunnecker Hütte (1463 m, 1 bis 1 ½ Std.). Dort zweigt ein markierter Weg (schon vorher die erwähnte Abkürzung) über Lichtungen zur Forststraße am Riegelauschlag ab, von der man auf dem markierten Weg zur Schwarzalm gelangt (1 Std.).

 

Abstiegsroute – vom Ringkogel zur Schwarzalm: Auf dem Anstiegsweg zurück bis zu den Almwiesen an der Kesselhöhe und nun links schwenkend über den Rücken zum Sattel vor dem Lahnerkogel. Dort rechts hinab zum markierten Weg von der Wiesenalm und vom Wiesenrücken links kurz zur bewirtschafteten Schwarzalm (1536 m, ½ bis ¾ Std., nur in der Weidesaison von Juni bis Sept. Einkehrmöglichkeit).

Abstiegsroute – von der Schwarzalm zum Leckermoor: Für den weiteren Abstiegsweg zum Ausgangspunkt kurz über den Wiesenrücken zurück und hinab in das durch Dolinen und Karrenflächen äußerst unübersichtliche Karstgelände „Im Kessel“ (am Kesselberg-Nordwesthang, nicht verwechseln mit dem „Kessel“ am Ringkogel-Westhang). Trotz der Markierung ist sehr genau auf den Wegverlauf zu achten! Nach dem ersten Abstieg quert der schmale und steinige Steig an Steilhängen entlang. Danach mit kurzem Anstieg auf den freien Rücken mit prächtigem Dürrensteinblick (Hochstand in einem auffallenden Fundament aus Hausteinen). Bergab in die wiesige Karstsenke mit ihren einzelnen Lacken (Wasserabfluss durch Schachtdolinen) und quer über diese zu den Hütten der Wiesenalm. Auf dem noch gut gangbaren Rücken weiter zum Sattel vor dem Schwarzkogel (1340 m), wo der Steilabstieg über den Steig und die Forststraße zum Leckermoor anschließt (2 Std.).

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